011.08.09|Gedichte|Gedichte|
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von Ernst Reiter
Wia oft werd des oide schöne Liad
iatzt wieda gsunga!
Hot uns des „still, des „heilig“
jemois wos abgrunga?
Zähln net nur Erfolg und ‘s Laute
in unsana Welt?
Guid net nur ‘s Gschäft
und des wos ma hod, und ‘s Geld?
Werbesprüch, Reklame, Lärm,
dominiern in da Vorweihnachtszeit.
Fürs Stille, des scheinbar Unwichtige,
is ma kaam mehr bereit!
Doch des wahrlich Große
werd oftmois grod in Stille vabracht!
Ma hört nix vom Wachsn, vom Werdn,
vom Tog net und aa net da Nocht.
Still vageht aa da Wechsl
da Zeitn im Jahreslauf
und aa mitm Tod
nehma de Stille in Kauf!
Wer ‘s Große sehng wui,
muaß des Stille und ‘s Kloane vasteh!
Dazua muaß ma aa bei sich
a weng eiwendig geh!
Teil is vom Stilln,
aa ‘s Wartn, Geduld
und Teil aa de Wohltat,
‘s Vagebn vo Schuld!
Langs Wartn macht oftmois
uns recht nervös
und mir dean vasuacha
und möchtn gern des vakürzn,
weil mir inara Zeit lebn,
wo de Zeit zschnai vageht,
und koana vo uns mehr
des gscheid lebn vasteht!
In da Zeit da Erwartung,
aa iatzt im Advent,
habn mir do des Gfuih,
daaß uns de Zeit davorennt!
Mir lassn da Zeit selba,
selba koa Zeit und
daaß ma Zeit gwinnan,
saan mir zu Manchem bereit!
Stille und Ruah
soll unsa Lebn mehr bestimma
und Freid uns im Wartn
aa wieda obringa!
Zu de schönstn Freudn,
wias bekanntlich is,
ghört do de Vorfreud
amoi scho ganz gwiß!
Ois Kinda, wia hot uns des domois
selig gmacht,
des schier endlose Wartn
auf de stille Nacht,
de heilige Nacht!
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