Zwölfenzeit

011.08.09|GedichteFacebook
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von Ernst Reiter, Prien

De Taag zwischn de Jahrn
oiwei scho recht geheimnisvoll warn.
Vo Weihnachtn bis Dreikönig
saan de Tagstundn wenig.
De Naacht saan aba recht lang.
Leicht werds oam dabei bang.
Ma konns koam vadenga,
duad er an Geista und Hexn denga.
Bsondas aba in frühra Zeit,
ma war net aufklärt, so wia heit.
Heidnische Sittn und Bräuch
hot ma spaata vadrängt mit christlicha Weihch.
In de Naacht da Zwölfenzeit
wurd vom Knecht koa Deandl gfreit.
Koa Magd geht gern vors Haus,
denn ’s „wuide Gjoad“ bereit ihr Graus.
De wuide Jagd geht übers Feld
und Hex und Trud streift durchn Woid.
Da Deife selbn treibt d’ Jaaga o,
huscht mit Gebraus auf und davo!

Koa Wäsch werd gwaschn, koa Bäurin spinnt,
weil sonst d’ Fau Bercht a Opfa nimmt.
Im nein Johr, sogt ma, hoid sie sogleich
an Nachwuchs für ihr Seelenreich.
Do aa wos Guads vahoaßt des „wuide Gjoad“,
für Obstbaam, Feld und Woad.
Wos umegstriffa mit Gebraus
schaugs mit da Arnt im Herbst guad aus!
Mitm Betläutn war Ruah ogsogt,
Koa Kuah zum maicha wurd mehr plogt.
Weil aa as Kartnspuin passé
duad frühra ma in d’ Bettstatt geh.
Ma ziagt de Duckat übers Gsicht
damit an Deife ma net siehcht.
De Rauhnaacht oda Zwölfennaacht
habn d’ Leit scho oiwei ängstlich gmacht.
Hexnspuk, noch oidm Brauch,
vahindat glaubhaft gweichta Rauch
und Allelujawassa, ohne Flaax,
do mancha schwört auf Drudnhax!

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